MUSSER&SCHWAMBERGER

≡ LIVE – 10.12.18, Musikalischer Adventkalender, Gasthaus Praschl, Quellenstraße 39, 1100 Wien – 16.2.19, 19:00, Weinhaus Pfandler ‚Zu den seligen Affen‘, Dörfelstraße 3A, 1120 Wien

≡ LP/CD/DL Musser&Schwamberger out 23.02.18 (Konkord/Rough Trade) ≡ listen/order

MusserSchwambergerCover

Kristian Musser – Gitarren, Arrangements
Karl Schwamberger – Stimme , Klarinette, Elektronik, Klavier, Orgel, Arrangements, Texte, Musik

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≡ Über Musser&Schwamberger

Es klingt ein bisschen kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach. Musser & Schwamberger machen Wiener Lieder, ohne Wienerlieder zu machen. Sprich: Sie verhalten sie sich zum Wienerlied, ob klassisch oder neu, wie Kreisky zum Deutschrock. Es hat im Kern zwar dieselben Bestandteile, fährt dem Genre aber lustvoll mit dem Hintern ins Gesicht. Der Gitarrist Kristian Musser, bekannt geworden als Teil des Indie-Schlager-Duos Tanz Baby!, und Karl Schwarmberger, Kapellmeister der Austro-Diskurspopunternehmung Laokoongruppe, machen live bereits eine Weile gemeinsame Sache, nun legen sie ein exzellentes erstes Album vor. Es heißt schlicht „Musser & Schwamberger“ und lässt das Wiener Lied auch einmal bluesig oder elektronisch klingen. Ernst Jandl sitzt mit Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Werner Schwab im Tschocherl, am Nebentisch ist auch Platz für Lady Gaga, Rihanna und Beyoncé und worum es stimmungsmäßig geht, macht bereits der erste Songtitel klar: „Meidling, Mann, Frau, Melancholie“. Und dann wäre da noch goscherte Angriffslust statt weinseliger Gemütlichkeit – leiwand. (Gerhard Stöger, Der Falter)

… wunderbar hinterfotzige … Wienerlieder (Christian Schachinger, Der Standard)

Wunderbare Wienmusik (Der Falter)

… Wären die legendären Sparklehorse Wiener gewesen, dann hätten sie sich in ähnliche Lumpen hüllen können wie Musser&Schwamberger … Ein wunderbar störrisches und auch die Richtigen beleidigendes Wienerliedalbum, das gar kein so richtiges Wienerliedalbum sein möchte, sind es doch nicht nur Musikanten sondern auch Konzeptkünstler, die da fuhrwerken … Dick aufgetragene Poesie als eine Art Haustetschn. Sehr feines, sehr gfeanztes Duo aus Wien … (Fritz Ostermayer, FM4)

Musser & Schwamberger … veröffentlichen auf ihrem … Debüt-Album schrammeligen, wienerischen Gitarrenpop, der mit spitzen und spitzfindigen Ecken und Kanten überrascht und direkt auf die großen Lebensfragen des In-Wien-Seins losstürmt. Sollte man haben. Zahlt sich aus. (Dominik Oswald, The Gap)

… Die sprachlich und vor allem auch von den Schauplätzen her eindeutig wienerstädtischen Texte brechen … insofern mit dem Klischee, als man bitteschön nicht in Grinzing herumsitzt, sondern über den Gürtel als Grenzstrich nach Fünfhaus spaziert. Dort geht Spritzweinkonsum – Stichwort Rudolfscrime! – gerne auch mit MDMA-Schlucken einher. Brandineser, Call-Shops und Nagelstudios bestimmen das Bild. Karl Schwamberger (Laokoongruppe, Brosd Koal) und Kristian Musser (Tanz Baby!) legen unter dem Projektnamen Musser & Schwamberger ein tolles titelloses Debütalbum (Konkord Records) vor, das mit poetischen Augen auf ein nicht vordergründig romantisches Soziotop mit Gemma Lugner im Zentrum blickt. Zarte Zupfgitarren und Schwambergers raunzert-zärtelnder Gesang dominieren den melancholischen Sound. Dazu wird etwas Vibratoklarinette und dezentes Rascheln und Rauschen aus dem Laptop gereicht. Bevor der geografische Radius der elf höchstens nach Meidling schlenkernden Songs doch zu eng wird – und weil in Wien der Tod immer wichtig ist -, fährt das Duo dann auch noch himmelwärts und checkt im metaphysischen Beisl ein, in dem Thomas Bernhard den Kellner gibt, Paul Celan und Ingeborg Bachmann schmusen und Ernst Jandl poetryslammt … (Andreas Rauschal, Wiener Zeitung)

Kritisches Bewusstsein und sinnlicher Genuss – Unverbraucht … und reizvoll … war der Wienerlied-Ansatz, den das Duo Musser (Tanz Baby!) und Schwamberger … im Wien-Museum präsentierte: Statt in Vorstadtbars ging es dort zu einfühlsamen Gitarren- und Klarinettensounds in ‚metaphysische Beisln‘. In solche, wo ‚Kafka und Karl Kraus tarockieren‘ und Jandl ein ‚grausliches Gstanzl‘ sagt, während Bachmann und Celan schmusen. Richtig: Wie schon in seinem fabelhaften Soloprojekt Laokoongruppe schließt Karl Schwamberger auch weiterhin kritisches Bewusstsein und Belesenheit mit sinnlichem Genuss kurz. In diesem Sinne holt er Begriffe ins Wienerlied, für die selbiges nie erdacht worden ist: Hier reimt sich das ‚Transzendenta-hale Ganze‘ etwa auf ‚die einzige Frau, mit der ich je wieder tanze‘. Und hier liefert man in betörend langgezogenen Melodien auch gleich die Metaebene dazu: Ein Wienerlied voller ’sozialdemokratischer Fairness‘ wolle man singen, heißt es etwa einmal … (Roman Gerold, Der Standard, Konzertkritik Popfest Wien)

Musser&Schwamberger – Zugekokste Affen im metaphysischen Wirtshaus – Psychotiker und schöne Säuferin, ein Diskophilosoph und seine Beyoncé, ein Beisl am Ende der Träume, in dem der Thomas Bernhard die Tische abräumt, Ernst Jandl den Gangstarapper macht und Werner Schwab sein finales Schnapserl kippt, Silberfischerl, die Rumba tanzen, ein Affe, der zur Vorstadttschumsenjukebox schranzt, samt Koks im Fell … ‚Musser&Schwamberger‘ (Konkord 101) ist ein Gebinde voller Wiener Lieder, die keine Wienerlieder sind und auch keine mögen, und doch Lieder aus Wien sind, die Wien mögen, und entsprechend dialektisch rumpelt und schmeichelt das, anschmiegsam und zerkratzt, mit sparsamer Instrumentierung und entspannt abgehangener Stimme. Meidling, der Ottakringer Musilplatz, die Lugner City – Karl Schwamberger und Kristian Musser strawanzen durch Love-Stories aus der Peripherie, tänzeln in die Perfidie, wo dystopisch graue Gespenster am Gehstock durch ein postmigrantisches Wien irren, und feiern die euphorisierte Sommerabendstadt, die noch gschwind ein MDMA schluckt. Dass ausgerechnet diese beiden gemeinsam eine Platte im Geiste Qualtingers, Kreislers und Mark E. Smiths mit lässig geschlenkerten Querverweisen auf das Vienna Downtempo sowie Paul Celan, Herta Müller et al. einspielen, darf im Grunde nicht verwundern: Hat doch Karl Schwamberger schon mit seinem musikalischen Projekt ‚Laokoongruppe‘ maßgeblich zu einer neuen Popmusik in Österreich beigetragen, mit einem ‚Austrodiskurspop zwischen Techno und Landler, Pathos und Scharfsicht, Schlager, Klassik und Free Jazz: Was wie eine fiebrige Kritikerfantasie klingt, wird in Form der Einmannband Laokoongruppe wunderbare Wirklichkeit‘ (Gerhard Stöger/Falter) und Kristian Musser als die eine Hälfte des famosen Duos ‚Tanz Baby!‘ den Schlager wieder salonfähig gemacht ‚und … dabei ein Universum erschaffen, das sich von urbaner Einsamkeit bis hin zu balkanesken Südseeträumen erstreckt.‘ (Fm4) Nebelwische ziehen da nicht nur durch die Schwendergasse, sie umkreisen die elf Lieder wie die BMW-Fahrer den Straßenstrich. Das klassische und auch das untote Revival-Wienerlied werden herbeizitiert und gleich wieder verschickt, textlich – ‚… sie singen ein Wienerlied ein modernes, das ist kritisch, aber doch auch voller Herz, voller sozialdemokratischer Fairness, schön leicht eingängig, aber sicher kein Kommerz … für diese Trotteln, denen so ein Scheißdreck taugt …‘ – und auch formal, wenn ungeschliffene Sperrigkeit und Melodienseligkeit, kratziger Elektrogitarrencharme, schwer untergründige Bassdrums, rückwärts irrende Klaviere und zarte Flageoletttöne von Mussers Akustikgitarre ineinandersuchen wie ein Liebespaar im Pissoir vom Café Weidinger. Vieles geht da zusammen, ‚Gazelle‘ feiert den Trieb, den Liebesschwur, die 100% l’amour, die anlassige Transzendenz samt Kalauerreimen zu swingend krachender Gitarrenspiellust, ‚Das Blaue vom Himmel‘ zeichnet eine Apokalypse zum Fürchten im unschuldigst fragilen akustischen Intimformat. Zusammen mit dem Wiener Produzenten Martin Siewert zündeln Musser&Schwamberger in der für immer leergefegten Stadthalle, der Wind pfeift, Regen fällt, manchmal seufzt eine Klarinette, im Park flackert ein Feedback auf … ‚Mit leichter Hand und schlankem Fuß‘ skizziert man Klangteppiche, auf denen Ingeborg Bachmann, Fleischhauerbuben und Pfarrerstöchter ebenso elegant dahertanzen wie Lady Gaga und Rihanna. Zwar, wo andere nach Bologna fahren, zieht es diese zwei Herrn nach Temeschwar und Horitschon, und die Lieder sind zumeist auch ‚Lieder, die kein gutes Ende finden, denen man nicht so richtig traut, Lieder die in Liebesglut verbrennen und sich verkaufen in der Nacht‘, und doch oder eben deshalb sind es Lieder, die im Gasthaus nebenan gespielt werden müssen mit einem Doppler in der Hand – und gespielt werden. Auch wenn dieses Land und seine Hauptstadt von allen guten Geistern verlassen sind, am Ende steht immer noch verlässlich über Ottakring ein Kipferlmond, im Beisl ums Eck hängen Musser&Schwamberger ihre Seelen an einen Kometenschweif – und Falco zählt ein. (Pressetext, Konkord)

Musser & Schwamberger Foto 1  Fotos (c) Musser&Schwamberger
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